Sparplan für Kinder erklärt: Worauf Eltern wirklich achten sollten

Sparplan für Kinder erklärt: Worauf Eltern wirklich achten sollten

Sparplan für Kinder: Worauf Eltern wirklich achten sollten

Ein Sparplan für Kinder ist eine regelmäßige, meist monatliche Einzahlung in ein Sparkonto oder Depot. Entscheidend ist, auf wessen Namen das Konto geführt wird: Läuft es auf den Namen des Kindes und wurde ihm das Geld wirksam zugewendet, gehört das Vermögen dem Kind. Sparen die Eltern auf einem eigenen Konto oder Depot, bleibt das Vermögen dagegen grundsätzlich ihres – auch wenn sie es gedanklich für das Kind reservieren. Daraus entsteht nicht automatisch ein Treuhandverhältnis.

Wichtig sind dabei vier Dinge: Die Anlage muss zum Sparziel und Zeithorizont passen, du solltest Kosten und Steuerregeln kennen, die Eigentums- und Verfügungsrechte müssen klar sein, und du solltest festlegen, wann das Geld voraussichtlich gebraucht wird.

Kurze Entscheidungshilfe

Ordne zuerst Sparziel, verbleibende Zeit, gewünschte Verfügbarkeit und Eigentümer zu. Bei Aktienanlagen gibt es keine starre Laufzeit, ab der Verluste ausgeschlossen wären. Je näher ein fester Bedarfstermin rückt, desto schwerer wiegt das Risiko eines ungünstigen Verkaufskurses.

Zuordnung nach Sparziel, Restlaufzeit, Verfügbarkeit und Eigentümer
Sparziel und Restlaufzeit Gewünschte Verfügbarkeit Mögliche Anlage Eigentümer
Fester Bedarfstermin in absehbarer Zeit Kurzfristig oder genau zum Termin Bankguthaben ohne Kursrisiko; bei passender Fälligkeit gegebenenfalls Festgeld Kind, wenn das Geld endgültig zugewendet werden soll; sonst Eltern
Langfristiger Vermögensaufbau ohne kurzfristig benötigten Zielbetrag Verkauf grundsätzlich möglich, aber der Kurs kann ungünstig sein Breit gestreuter Aktien-ETF kann infrage kommen, wenn deutliche Verluste tragbar sind Abhängig davon, wer rechtlich Eigentümer sein und später verfügen soll
Flexibler Spartopf ohne Kursrisiko Möglichst kurzfristig Tagesgeld oder ein geeignetes Sparkonto Abhängig von gewünschter Eigentums- und Entscheidungslage
Kontrolle über Zeitpunkt und Bedingungen einer späteren Übertragung Nach Entscheidung der Eltern Anlage passend zu Ziel, Risiko und Verfügbarkeit Eltern

Die Schritte im Überblick

  1. Sparziel, Zeithorizont, gewünschte Verfügbarkeit und Eigentümer festlegen.
  2. Passende Konto- oder Depotart wählen und Kosten, Sicherung sowie Risiken vergleichen.
  3. Eine tragbare Sparrate einrichten und Anlage, Steuern und Risiko regelmäßig prüfen.

Grundlagen und Voraussetzungen

Ein Sparplan besteht aus drei Bausteinen: dem Konto oder Depot, der Sparrate und dem Anlageprodukt dahinter.

Das Konto

Bankguthaben auf Tagesgeld- oder Sparkonten unterliegen keinem Kursrisiko. Sie sind grundsätzlich bis 100.000 Euro je Einleger und Bank durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Prüfe trotzdem, welche Sicherungseinrichtung für die Bank zuständig ist. Die Einlagensicherung schützt nicht vor Kaufkraftverlust durch Inflation und gilt nicht für Kursverluste von Wertpapieren. Tagesgeld und Sparbuch können außerdem deutlich unterschiedliche Zinsen und Zugriffsregeln haben. Tagesgeldzinsen sind variabel und können von der Bank geändert werden.

Die Sparrate

Die mögliche Mindestrate hängt vom Anbieter und Produkt ab. Du kannst die Rate bei vielen Sparplänen anpassen, pausieren oder erhöhen. Prüfe dazu die konkreten Vertragsbedingungen.

Das Anlageprodukt

ETFs können unterschiedliche Indizes abbilden, darunter Aktien- oder Anleihenindizes. Wenn im Folgenden von langfristigen Renditechancen und deutlichen Kursschwankungen die Rede ist, sind vor allem breit gestreute Aktien-ETF-Sparpläne gemeint. Bei klassischen Banksparplänen kann der Zinssatz je nach Vertrag fest oder variabel sein. Die Abgrenzung von Fondsvermögen, Depotverwahrung und Bankeinlagen ist besonders für das Verständnis der jeweiligen Schutzmechanismen wichtig.

Fondsvermögen, Depotverwahrung und Bankeinlagen abgrenzen

ETF-Anteile sind Wertpapiere und keine Bankeinlagen. Das Fondsvermögen wird nach dem jeweils anwendbaren Fondsrecht vom Vermögen der Verwaltungsgesellschaft getrennt; für deutsche Investmentfonds ist insbesondere das Kapitalanlagegesetzbuch maßgeblich. Die depotführende Bank verwahrt beziehungsweise verbucht die Anteile im Depot. Die Einlagensicherung der Bank deckt keine Kursverluste der Wertpapiere.

Guthaben auf einem Verrechnungskonto ist nicht in jedem Fall eine Bankeinlage. Je nach Broker und Vertragsmodell kann nicht investiertes Geld auf einem Bankkonto geführt oder in Geldmarktfonds gehalten werden. Anteile an Geldmarktfonds sind Wertpapiere und keine gesetzlich gesicherten Bankeinlagen. Prüfe deshalb in den Vertragsunterlagen, wie das Guthaben verwahrt beziehungsweise angelegt wird und welcher Schutzmechanismus gilt. Allgemeine Aufsichtsinformationen zur Abgrenzung stellt die BaFin bereit.

Kinderdepot oder Elternkonto?

Läuft das Konto auf den Namen des Kindes und wurde das eingezahlte Geld dem Kind wirksam zugewendet, gehört es bereits vor dem 18. Geburtstag dem Kind. Die Eltern verwalten es im Rahmen der elterlichen Vermögenssorge und müssen dabei im Interesse des Kindes handeln. Mit der Volljährigkeit endet grundsätzlich ihre gesetzliche Vertretungs- und Verwaltungsbefugnis; das Kind kann dann selbst verfügen.

Ein Konto oder Depot auf den Namen der Eltern bleibt dagegen grundsätzlich Elternvermögen. Eine bloße Zweckbestimmung wie „für das Kind“ ändert daran nichts. Das kann auch für Erbschaft, Trennung, Pfändung oder Insolvenz relevant sein. Ein echtes Treuhandverhältnis setzt eine entsprechende rechtliche Vereinbarung voraus. Wird das Vermögen später auf das Kind übertragen, kann diese Übertragung grundsätzlich schenkungsteuerlich relevant sein. Bei größeren Schenkungen können außerdem frühere Zuwendungen desselben Schenkers zusammenzurechnen sein. Lass den Einzelfall gegebenenfalls vom Finanzamt oder fachkundig prüfen.

Vergleich von Kinderkonto und Elternkonto
Kriterium Konto oder Depot des Kindes Konto oder Depot der Eltern
Eigentum Wirksam zugewendetes Vermögen gehört dem Kind. Vermögen gehört grundsätzlich den Eltern, bis es übertragen wird.
Verfügung Eltern verwalten das Vermögen bis zur Volljährigkeit im Interesse des Kindes und innerhalb der gesetzlichen Grenzen. Eltern entscheiden grundsätzlich selbst über Anlage und Entnahme.
Ab Volljährigkeit Das Kind verfügt grundsätzlich selbst. Kein automatischer Anspruch des Kindes allein aufgrund der Zweckbestimmung.
Steuern Kapitalerträge werden grundsätzlich dem Kind zugerechnet. Kapitalerträge werden grundsätzlich den Eltern zugerechnet; eine spätere Übertragung kann schenkungsteuerlich relevant sein.
Geeignet, wenn das Geld endgültig für das Kind bestimmt sein soll. die Eltern Zeitpunkt und Bedingungen einer späteren Übertragung offenhalten wollen.

Für Entnahmen vom Kinderkonto gilt: Eltern dürfen Kindesvermögen nicht nach Belieben verwenden. Insbesondere dürfen sie damit nicht ohne Weiteres Kosten finanzieren, die sie aufgrund ihrer eigenen Unterhaltspflicht tragen müssen. Einkünfte aus dem Kindesvermögen können innerhalb der gesetzlichen Grenzen für den Unterhalt des Kindes verwendet werden; maßgeblich ist unter anderem § 1649 BGB. Dokumentiere außergewöhnliche Verfügungen mit Anlass und Belegen. Bei größeren Entnahmen oder Zweifeln solltest du vorab fachkundigen rechtlichen Rat einholen.

Welche Anlage passt zu welchem Sparziel?

Die passende Anlage hängt vor allem davon ab, wann das Geld benötigt wird, wie verfügbar es sein soll und welche zwischenzeitlichen Verluste tragbar sind. Die folgende Übersicht zeigt typische Eigenschaften, ersetzt aber keinen Vergleich der konkreten Vertragsbedingungen.

Typische Eigenschaften möglicher Sparanlagen
Anlage Typischer Anlagehorizont Verlustrisiko Verfügbarkeit Laufende Einzahlungen Typische Kostenarten
Tagesgeld Kurzfristig bis mittelfristig Kein Kursrisiko; Inflation und Bankausfall oberhalb beziehungsweise außerhalb der Einlagensicherung bleiben möglich In der Regel kurzfristig verfügbar Per Dauerauftrag möglich Meist keine direkten Kontokosten; mögliche Bedingungen des Anbieters beachten
Festgeld Bis zu einem fest geplanten Termin Kein Kursrisiko bei Halten bis zur Fälligkeit; Inflations- und gegebenenfalls Bankausfallrisiko Während der Laufzeit regelmäßig nicht oder nur ausnahmsweise verfügbar Normalerweise keine laufenden Sparraten in denselben Vertrag Meist keine direkten Anlagekosten; mögliche Nachteile bei vorzeitiger Vertragsauflösung beachten
Banksparplan Je nach Vertrag mittel- bis langfristig Kein Kursrisiko; Zins-, Inflations- und gegebenenfalls Bankausfallrisiko Abhängig von Kündigungsfristen und Vertragsbedingungen Regelmäßig vorgesehen Mögliche Vertrags-, Konto- oder Kündigungskosten
Breit gestreuter Aktien-ETF Langfristig ausgerichtet, ohne garantierte sichere Mindestlaufzeit Deutliche Kursschwankungen und Verluste bis hin zu lang anhaltenden Rückgängen möglich Grundsätzlich börsentäglich verkäuflich, aber der Kurs kann zum benötigten Zeitpunkt ungünstig sein Über einen Sparplan möglich Depotgebühren, Sparplanausführung, laufende Fondskosten, Handelsspanne und gegebenenfalls Verkaufskosten

Festgeld kann beim Kindersparen sinnvoll sein, wenn bereits ein größerer Betrag vorhanden ist, der zu einem feststehenden Termin benötigt wird und bis dahin entbehrlich ist. Laufzeit, Zins und eingeschränkte Kündigungsmöglichkeiten solltest du vorher genau prüfen; einen Überblick bietet die Erklärung zu Festgeld, Laufzeit, Zins und Kündigung. Für monatlich neue Sparraten ist ein einzelner Festgeldvertrag normalerweise ungeeignet, weil nach Vertragsbeginn regelmäßig keine weiteren Einzahlungen möglich sind.

Bei einem Aktien-ETF sind nicht nur die Kosten wichtig. Prüfe, ob der zugrunde liegende Index über viele Unternehmen, Länder und Branchen streut, wie er zusammengesetzt wird, ob der ETF Erträge ausschüttet oder wieder anlegt und wie genau er seinen Index abbildet. Replikationsmethode, Wertpapierleihe, Fondsvolumen sowie Sparplan- und Handelskosten können ebenfalls relevant sein. Ein günstiger ETF ist nicht automatisch ausreichend diversifiziert, und auch ein weltweit gestreuter Aktien-ETF garantiert keinen Gewinn.

Kindersparplan einrichten

1. Sparziel und Zeithorizont festlegen

Bestimme, wofür und wann das Geld benötigt wird. Bei einem näher rückenden festen Termin wiegt das Risiko schwankender Wertpapiere stärker.

2. Kontoart und Eigentümer wählen

Nutze dafür die Entscheidungskriterien sowie den Vergleich von Kinderdepot und Elternkonto. Eine längere Anlagedauer kann mehr Zeit zum Ausgleich zwischenzeitlicher Verluste geben, garantiert aber weder Gewinn noch Kapitalerhalt.

3. Anbieter vergleichen

Vergleiche bei Bankkonten Zinssatz, Zinsvariabilität, Verfügbarkeit und Einlagensicherung. Bei Depots zählen unter anderem Depotführungsgebühren, Ausgabeaufschläge bei aktiv verwalteten Fonds, laufende Produktkosten und Kosten pro Sparplanausführung. Prüfe außerdem Mindestraten, Ausführungstermine, Intervalle und Änderungsmöglichkeiten.

So wirken feste Ausführungsgebühren: Kostet eine Sparplanausführung beispielhaft 1,50 Euro, entspricht das bei einer Monatsrate von 25 Euro 6 Prozent der Rate und bei 50 Euro 3 Prozent. Wird monatlich ausgeführt, fallen im Beispiel 18 Euro pro Jahr an. Maßgeblich ist immer das Preis- und Leistungsverzeichnis des Anbieters.

4. Konto eröffnen

Ein Kinderkonto eröffnen die gesetzlichen Vertreter im Namen des Kindes. Bei gemeinsamem Sorgerecht vertreten die Eltern das Kind grundsätzlich gemeinsam (§ 1626 und § 1629 BGB). Wie Zustimmung und Legitimation abgewickelt werden und welche Nachweise erforderlich sind, legt die Bank fest.

Typischerweise werden die Geburtsurkunde und die Steuer-Identifikationsnummer des Kindes, die Legitimationsdaten der erforderlichen gesetzlichen Vertreter sowie gegebenenfalls Nachweise über Vertretungsbefugnis oder Namensänderungen verlangt. Verbindlich ist die Unterlagenliste des Anbieters.

5. Steuerlichen Auftrag prüfen

Ob und wie ein Freistellungsauftrag oder eine Nichtveranlagungsbescheinigung genutzt werden kann, erläutert das Kapitel Steuern, Familienversicherung und BAföG.

6. Sparrate und Zahlungen einrichten

Wähle eine dauerhaft tragbare Rate. Bei einem Depot musst du neben dem Zahlungsweg den Wertpapier-Sparplan mit Ausführungsintervall und Sparrate einrichten. Ein höherer Dauerauftrag auf das Verrechnungskonto erhöht die ETF-Sparrate nicht automatisch.

7. Regelmäßig prüfen

Kontrolliere in angemessenen Abständen, ob Rate, Kosten, Zinsen, steuerliche Einstellungen und Risiko noch zum näher rückenden Sparziel passen.

Steuern, Familienversicherung und BAföG

Auch Kinder haben einen eigenen Sparer-Pauschbetrag. Er beträgt 1.000 Euro pro Person und Kalenderjahr und gilt insgesamt über alle Banken hinweg, nicht je Konto oder Bank (§ 20 Absatz 9 EStG; Stand: September 2026). Ein Freistellungsauftrag sorgt lediglich dafür, dass die Bank bis zur zugeteilten Höhe grundsätzlich keine Kapitalertragsteuer einbehält. Bereits einbehaltene Steuer kann gegebenenfalls über eine Einkommensteuererklärung erstattet werden.

Eine Nichtveranlagungsbescheinigung kann infrage kommen, wenn voraussichtlich keine Einkommensteuer entsteht. Sie wird beim zuständigen Finanzamt beantragt und anschließend nach dem vorgesehenen Verfahren der Bank vorgelegt. Die gesetzliche Grundlage für die Abstandnahme vom Steuerabzug enthält § 44a EStG.

Bei Aktienfonds können steuerliche Besonderheiten hinzukommen. Erfüllt ein ETF die gesetzlichen Voraussetzungen eines Aktienfonds, sind bei Privatanlegern grundsätzlich 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Grundlage ist die Teilfreistellung nach § 20 InvStG. Bei thesaurierenden und ausschüttenden Fonds kann außerdem eine Vorabpauschale entstehen. Ihre gesetzliche Grundlage enthält § 18 InvStG. Bankseitiger Steuerabzug und endgültige persönliche Steuerbelastung sind nicht gleichzusetzen.

Praxisbeispiel mit Sparrate und Renditeszenarien

Stell dir eine Familie vor, die für ihre vierjährige Tochter sparen will, bis diese 18 ist – also über 14 Jahre. Das Ziel ist ein Grundstock für Führerschein, Ausbildung oder die erste eigene Wohnung.

Monatlich gehen 20 Euro auf ein Bankkonto als kurzfristig verfügbarer Spartopf. Weitere 50 Euro fließen in einen breit gestreuten Aktien-ETF-Sparplan.

In 14 Jahren leisten die Eltern 168 Monatszahlungen. Ohne Zinsen, Kursentwicklung, Steuern und Kosten zahlen sie insgesamt 11.760 Euro ein: 3.360 Euro auf das Bankkonto und 8.400 Euro in den ETF-Sparplan.

Unverbindliche Renditeszenarien für monatliche ETF-Sparraten über 14 Jahre
Monatliche Sparrate Summe der Einzahlungen Endwert bei −3 Prozent nominal pro Jahr Endwert bei 0 Prozent nominal pro Jahr Endwert bei 3 Prozent nominal pro Jahr Endwert bei 6 Prozent nominal pro Jahr
25 Euro 4.200 Euro rund 3.400 Euro 4.200 Euro rund 5.200 Euro rund 6.600 Euro
50 Euro 8.400 Euro rund 6.900 Euro 8.400 Euro rund 10.400 Euro rund 13.100 Euro
100 Euro 16.800 Euro rund 13.700 Euro 16.800 Euro rund 20.800 Euro rund 26.200 Euro

Rechenkonvention: Die Tabelle verwendet einen nominalen Jahreswert, der durch zwölf geteilt und monatlich verrechnet wird. Unterstellt werden 168 gleich hohe Einzahlungen am jeweiligen Monatsende. Berechnet wird der Endwert mit der Formel Sparrate × (((1 + r/12)168 − 1) / (r/12)). Bei 0 Prozent entspricht der Endwert der Summe der Einzahlungen.

Die Renditen von −3, 0, 3 und 6 Prozent sind ausschließlich vereinfachte Rechenannahmen und keine Prognose oder Garantie. Die dargestellten Endwerte verstehen sich vor Kosten, Steuern und Inflation. Tatsächliche Wertentwicklungen verlaufen nicht gleichmäßig.

Je näher der geplante Auszahlungstermin rückt, desto wichtiger wird eine Entnahmeregel. Lege fest, welcher Betrag zu welchem Termin verfügbar sein soll. Dieser Betrag kann schrittweise aus schwankenden Anlagen in Bankguthaben umgeschichtet werden. Einen für alle Familien optimalen Beginn gibt es nicht.

Ist ein Teilbetrag genau ein Jahr vor dem Auszahlungstermin bereits vorhanden und wird bis dahin sicher nicht benötigt, kann auch Festgeld mit einjähriger Laufzeit als Baustein geprüft werden. Voraussetzung ist, dass Laufzeit und Fälligkeit zum Bedarfstermin passen.

Häufige Fehler beim Sparen für Kinder

Fehler 1: Das Risiko passt nicht zum Bedarfstermin

Für kurzfristige Ziele sind Bankguthaben ohne Kursrisiko meist besser planbar.

Fehler 2: Steuerliche Einstellungen nicht prüfen

Ein fehlender oder ungünstig verteilter Freistellungsauftrag kann zu vermeidbarem Steuerabzug führen.

Fehler 3: Eigentum und Verfügung verwechseln

Die Kontoinhaberschaft entscheidet grundsätzlich darüber, wem wirksam zugewendetes Vermögen und die daraus entstehenden Kapitalerträge zugerechnet werden.

Fehler 4: Eine dauerhaft zu hohe Sparrate wählen

Eine niedrigere, aber tragbare Rate kann besser passen als sporadische hohe Einzahlungen.

Fehler 5: Kosten ignorieren

Depot-, Ausführungs- und Produktkosten können sich über viele Jahre summieren und bei kleinen Raten besonders ins Gewicht fallen.

Fehler 6: Zu geringe Streuung

Einzelne Aktien, Länder oder Branchen erhöhen das Konzentrationsrisiko. Auch breite Streuung beseitigt das allgemeine Kursrisiko nicht.

Fehler 7: Folgen für Familienversicherung oder BAföG ausblenden

Prüfe die dann aktuellen Regeln rechtzeitig und nicht allein die steuerlichen Freibeträge.

Wann ist ein Sparplan nicht sinnvoll?

Ein Sparplan für das Kind sollte nicht an erster Stelle stehen, wenn der Familie ein ausreichender Notgroschen fehlt oder teure Schulden getilgt werden müssen. Sonst kann es nötig werden, Anlagen zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu verkaufen.

Auch bei einem unmittelbar bevorstehenden und fest geplanten Geldbedarf ist ein schwankungsanfälliger Wertpapier-Sparplan regelmäßig ungeeignet. Ob stattdessen ein Bankkonto oder eine befristete Anlage passt, hängt von Zugriffsbedarf, Laufzeit und Bedingungen ab.

Fazit und sinnvoller nächster Schritt

Was wir raten würden: Halte vor der Kontoeröffnung schriftlich fest, wofür das Geld gedacht ist, bis wann es liegen bleiben soll, auf wessen Namen gespart wird und wie du vor dem geplanten Auszahlungstermin mit schwankenden Anlagen umgehen willst. Vergleiche danach die aktuellen Konditionen und Vertragsbedingungen mehrerer Banken und Depotanbieter.

Vor- und Nachteile eines Kindersparplans

Vorteile und mögliche Nachteile
Vorteile Mögliche Nachteile
Regelmäßiges Sparen unterstützt den langfristigen Vermögensaufbau. Bei einer wirksamen Zuwendung an das Kind verlieren Eltern die freie Rückholbarkeit; ab der Volljährigkeit entscheidet das Kind grundsätzlich selbst über das Vermögen.
Das Kind kann früh den Umgang mit Geld lernen. Bei Wertpapieren gibt es keine Ertrags- oder Kapitalgarantie.
Der Sparer-Pauschbetrag des Kindes kann bei eigenen Kapitalerträgen genutzt werden. Depot-, Produkt- und Sparplankosten schmälern die Rendite.
Die Rate ist bei vielen Angeboten anpassbar. Kurzfristiger Kapitalbedarf passt nicht zu stark schwankenden Anlagen.

Nächster Schritt: Vergleiche Konto- und Depotangebote anhand deines Sparziels, der benötigten Verfügbarkeit, der Kosten und der gewünschten Eigentumslage.

Häufige Fragen

Wie hoch sollte die Sparrate sein?

Die Rate sollte dauerhaft zum Haushaltsbudget passen und den Notgroschen nicht verdrängen. Mindestbeträge und Änderungsmöglichkeiten unterscheiden sich je nach Anbieter.

Können Eltern auf das Geld im Kinderkonto zugreifen?

Ja, aber nicht frei. Eltern dürfen nur innerhalb der gesetzlichen Vermögenssorge und im Interesse des Kindes verfügen. Die ausführliche Abgrenzung steht unter Kinderdepot oder Elternkonto.

Können Großeltern direkt in den Sparplan einzahlen?

Das hängt vom Konto und Zahlungsweg des Anbieters ab. Bei einem Kinderkonto sollte die Zuwendung an das Kind klar dokumentiert sein.

Was passiert mit dem Kinderdepot am 18. Geburtstag?

Das volljährige Kind kann grundsätzlich selbst über das Depot verfügen. Die gesetzliche Vertretungsbefugnis der Eltern endet; das weitere technische Verfahren legt der Anbieter fest.

Wie werden die Erträge eines Kindersparplans besteuert?

Bei einem Kinderkonto werden Kapitalerträge grundsätzlich dem Kind zugerechnet. Wie Freistellungsauftrag, Nichtveranlagungsbescheinigung und Fondsbesteuerung wirken können, erläutert das Steuerkapitel.

Kann ich einen ETF-Sparplan pausieren, ohne die Anteile zu verkaufen?

Bei vielen Anbietern ist das möglich. Die vorhandenen Anteile bleiben im Depot und schwanken weiter im Wert; maßgeblich sind die Anbieterbedingungen.

Ist ein ausschüttender oder thesaurierender ETF besser?

Beide Varianten können geeignet sein. Entscheidend sind Sparziel, gewünschter Zahlungsfluss, Kosten, Index und steuerliche Behandlung.

Was gilt, wenn das Kind mehrere Konten oder Depots hat?

Der Sparer-Pauschbetrag gilt insgesamt über alle Banken hinweg. Freistellungsaufträge und Erträge müssen deshalb gemeinsam betrachtet werden.

Kann ein Verlust im Kinderdepot steuerlich genutzt werden?

Realisierte Verluste werden grundsätzlich dem Kind zugerechnet und nach den steuerlichen Regeln berücksichtigt. Die konkrete Verrechnung hängt von der Art der Gewinne und Verluste ab.

Kann Kindesvermögen später das BAföG beeinflussen?

Ja. Eigenes anrechenbares Vermögen kann bei einem späteren Antrag oberhalb der dann geltenden Freibeträge berücksichtigt werden.

Sparangebotvergleich-Newsletter

Praktische Tipps per Mail — ehrlich, ohne Wunderversprechen. Abmeldung jederzeit mit einem Klick.